Über die Schwierigkeiten, einen Vertrag von DF1 (danach Premiere, jetzt Sky) zu kündigen.
Epilog - oder der Anfang der Katastrophe
Es begab sich vor rund 12 Jahren, dass ein ungewöhnlich heftiger Wind meine SAT-Anlage unbrauchbar machte. Da ich eigentlich gar kein Interesse an einer Reparatur oder Erneuerung der Anlage hatte, und als begeisterter Sammler generell auf DVD umgestiegen bin, versuchte ich, meine Sky-Abo zu kündigen. Nach mehreren Anläufen erreichte ich den Kundenservice und ließ mich überreden, einen günstigen 10-Jahresvertrag in der untersten Preisklasse abzuschließen. Ansonsten hätte ich ein Jahr Kündigungszeit mit dem Komplettpaket zahlen müssen. Gut, ich hätte wohl damals schon den Vertrag näher prüfen sollen, aber eine junge Frauenstimme am Telefon konnte mir schon damals alles einreden.
Der Katastrophe nächster Teil
Im Laufe der Jahre wurde mein Computer defekt, mit ihm der Zugang zur alten E-Mail-Adresse und den Zugangspasswörtern für Sky. Ich zahlte trotzdem in unregelmäßigen Abständen laufend Beträge ein. Zwar ohne Gegenleistung, aber immer noch im Glauben, ich sei dadurch billiger ausgestiegen.
Jetzt geht es endlich los
Ich habe nun vor einigen Monaten einen schönen neuen Receiver zugeschickt bekommen, den ich natürlich nicht ausgepackt habe, was soll ich auch damit. Kurz danach erreichte mich ein Anruf der Sky-Buchhaltung, dass ich einen Zahlungsrückstand habe, und den schleunigst begleichen sollte. Auf meine Erklärung hin, dass ich den Vertrag längst kündigen wollte,, aber niemand erreicht hätte, meinte er zwar, da sei er nicht zuständig, gab mir aber eine Telefonnummer. Nach dem ersten Anruf verlangte der diensthabende Computer erstmal meine Kundennummer und meinte dann, dass es die gar nicht gibt und raus aus der Leitung. Nach mehrmaligen Probieren dämmerte es mir langsam, dass die deutsche Zentrale mit der österreichischen Kundennummer nichts anzufangen weiß, und der nette Herr mir einfach eine falsche Nummer gegeben hat.
Aber nun klappt es
Irgendwie habe ich die zuständige Telefonnummer von Österreich rausgefunden, und siehe da, die Kundennummer war dort bekannt. Nach einigen hin und her erreichte ich die zuständige Dame und erklärte ihr den Sachverhalt. Sie meinte sehr entgegenkommend, sie würde die Kündigung jetzt per 31.3 in das System eingeben. Den Receiver sollte ich zurückschicken, dafür bräuchte ich ein Rücksende-Etikett Da selbiges Etikett per Mail geschickt würde, gab ich die jetzige E-Mail Adresse an. Eine Kündigungsbestätigung und Zahlungsaufstellung würde ich per Post bekommen. Kurzum, das Mail kam, der Receiver wurde zurückgeschickt und - nichts und. Keine Post, keine Mitteilung - aus.
Und weiter geht es
Stattdessen erreichte mich wieder ein Anruf der Buchhaltung. Mein Rückstand soll endlich beglichen werden. Außerdem würde mein Zugang solange gesperrt bleiben, bis ich endlich zahle. Für jemand, der seit 12 Jahren keinen Zugang mehr hat, ist das ja nicht gerade eine gefährliche Drohung. Die Tatsache, dass ich gerne zahlen würde, wenn ich wüsste wieviel noch gesamt bis 31.3. zu zahlen ist, wurde erfolgreich ignoriert. Aber ich hätte mit einer Exekution zu rechnen. Verständlich, immerhin geht es um einen riesigen Betrag, der nach meiner Schätzung fast schon 100 Euro erreicht hat.
Letzter Anruf gestern, 21.3.2026
Ja, es ist immer noch der Rückstand offen. Nein sie wollen nicht länger warten. Es ist nicht möglich, die Abrechnung per Post zu schicken. Von einer Kündigung wissen sie nichts. Die laufenden Abrechnungen und Rückstände würde ich ohnehin per E-Mail erhalten. Uninteressant, dass die E-Mail Adresse nicht mehr existiert, es sei meine Aufgabe, diese zu korrigieren. Für alles andere ist er nicht zuständig.
Kurze Zwischenbemerkung:
Hat schon jemand versucht, eine neue E-Mail Adresse online zu hinterlegen, wenn man keine Zugangsdaten mehr hat? Ist ja ein lustiger Versuch. Man kann ja die Zugangsdaten online anfordern - und würde diese prompt erhalten - natürlich auf die alte E-Mail-Adresse. In einer Sitcom würde ich darüber vielleicht noch lachen - aber so bin ich etwas humorlos.
Die Zukunft
Ja, ich werde wohl meinen Rechtsanwalt aufsuchen müssen, der soll sich darum kümmern. Bin dann gespannt, was zuerst passieren wird: Die angedrohte Exekution oder der Erfolg meines Anwalts.